Krankenkassen sollen Wettbewerb durch Leistung am Patienten statt durch Werbung führen!
Lars F. Lindemann, MdB, fordert:
Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2008 rund 140 Mio. € für Werbung ausgegeben. Und als gäbe es keine Beitragserhöhungen, wurden 2009 die Marketingausgaben nochmals deutlich gesteigert. Bei der Barmer im ersten Halbjahr 2009 gar um 83%.
Jede medizinische Leistung müssen die Kassen nach §12 SGBV auf Wirtschaftlichkeit prüfen und dafür sorgen, daß das Maß des Notwendigen nicht überschritten wird. Dies ist sinnvoll und rechtens. Wenn sie aber schon auf die Versorgung der Kranken angewandt wird, dann sollte die Notwendigkeitsprüfung umso mehr auch bei den Werbemaßnahmen der Kassen stattfinden. Denn 140 Mio. € sind alles andere als Peanuts. Die Wirtschaftskrise fordert die Menschen in unserem Land in allen Bereichen. Die Kassen verlangen unentwegt größere Anstrengungen von Beitragszahlern und Ärzten.
Ich fordere deshalb die gesetzlichen Krankenkassen auf, auch selbst einen solidarischen Beitrag zur Konsolidierung zu leisten und ihre Werbeausgaben auf ein angemessenes Niveau zu senken. Es ist schon fast obszön, einerseits das Marketing aufzupumpen, wenn gleichzeitig Zusatzbeiträge ohne Sozialausgleich erhoben werden. Die Kassen sollten Wettbewerb nicht um die bessere Werbung, sondern um die bessere Leistung am Patienten führen!
Darüber hinaus müssen die Kassen endlich ernstmachen mit Bürokratieabbau. Von den 8 € Zusatzbeitrag, den viele Kassen erheben, sind rund 4 € Verwaltungskosten. Ein Wirkungsgrad von 50% macht deutlich, daß die Kassen hier ihre Prioritäten nachjustieren müssen. Sonst verspielen sie ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den Versicherten, Ärzten und Politik.









