Senatorin kürzt Förderstunden an den Grundschulen – und wieder grüßt das Murmeltier!

Mieke Senftleben, stellvertretende Landesvorsitzende der FDP Berlin, zur Abschaffung des Sitzenbleibens:
„In den Grundschulen wird die Basis für die Schulkarriere eines jeden Kindes gelegt, Voraussetzung dafür ist eine verlässliche und gute Ausstattung mit Personal!
Wer hier kürzt hat nichts verstanden, Frau Scheeres!
„Das Sitzenbleiben wird als alter pädagogischer Zopf gehandelt, der ratzfatz abgeschnitten und entsorgt werden sollte.“ – so einige Reformpädagogen und zahlreiche linksorientierte Politiker.
Was bringt die Abschaffung des Sitzenbleibens? Etwa mehr Bildungsgerechtigkeit?
Bildungsgerechtigkeit beruht auf der Herstellung von Leistungsfähigkeit. Sie wird erhöht und nachhaltig gefestigt durch eine solide frühkindliche Bildung und eine exzellente Förderung in der Grundschule. Sie geht zwangsläufig einher mit einer individuellen Förderung. Es ist Aufgabe der Schule, die jeweiligen Begabungen und Defizite der Kinder und Jugendlichen zu erkennen, zu benennen und zu fördern. „Fördern“ geht einher mit „fordern“, und da ist es doch absurd, nicht erfüllte Ansprüche oder Defizite zu negieren.
Gleichzeitig stellen wir zufrieden fest, dass die leichtfertige Praxis des „nach unten Durchreichens“ der Vergangenheit angehört. Klassenkonferenzen, Elterngespräche, individuelle Fördermaßnahmen am Nachmittag und in den Ferien sind inzwischen Gang und Gäbe. Sie haben dazu geführt, dass das Sitzenbleiben sich zur ultima ratio entwickelt hat. Dieses hat sich im Bewusstsein und Handeln der Schulen mittlerweile fest etabliert.
Wir sind dabei, gemeinschaftliche Standards für die Schulabschlüsse in Deutschland auf den Weg zu bringen. Eine Unterschreitung der Vorgaben wird nicht länger möglich sein. Schüler und Schülerinnen, die bis zur Abschlussprüfung mitgeschleppt werden, um dann an den gestellten Aufgaben zu scheitern, stehen vor einer persönlichen Katastrophe. Wer unter diesen Vorzeichen eine prinzipielle Abschaffung des Sitzenbleibens fordert, handelt verantwortungslos. Denn das Sitzenbleiben ist die Reißleine, die vergleichsweise zeitnah – und damit wirkungsvoll - gezogen werden kann. Damit lässt sich das größere Übel, nämlich der Abgang ohne Schulabschluss, fast immer vermeiden.
