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FDP Berlin
Donnerstag, 29. Juli 2010  zurück Seite weiterempfehlen Druckversion

Wie wir es in Kreuzberg mit Freien Schulen halten

Über die Frage "Integrationsgewinn oder Ausgrenzungsgefahr" diskutierten am 22. Juni Vertreter der Freien Schulen und Friedrichshain-Kreuzberger Politiker auf Einladung der FDP in der Passionskirche am Marheinekeplatz darüber, wie Kreuzberg es mit Freien Schulen hält.

Das Thema wird seit Jahren kontrovers diskutiert. 2006 wurde der Förderverein Evangelische Schule Kreuzberg gegründet, der eine evangelische Grundschule im Bezirk etablieren möchte. Anita Mächler, Vorsitzende der Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schilderte ihre vergeblichen Bemühungen, vom Bezirk ein geeignetes Gebäude zu bekommen. Klaus-Randolf Weiser, Direktor der Evangelischen Schule Neukölln berichtete von seiner Schule, die großen Zuspruch findet. Aus seiner Sicht trägt die Schule in einem guten Maße zur Integration bei, denn ein großer Teil der Schüler stammt aus bildungsfernen Familien und erhält Stipendien. Pflicht ist die Teilnahme am evangelischen Religionsunterricht, was jedoch nicht mit Religionszwang verwechselt werden darf: Niemand muss in die Kirche gehen.

Engagiert berichtete Andreas Wegener, Vorsitzender des Verbands Deutscher Privatschulen Berlin/Brandenburg e.V. über die Probleme aber auch Vorteile von Schulen in Freier Trägerschaft. So seien gerade innovative Bildungsmodelle oftmals zuerst an freien Schulen erprobt worden und dann in die staatlich geförderte Bildung eingeflossen. Dabei tue Deutschland sich mit Freien Schulen sehr viel schwerer als andere Länder, zum Beispiel Dänemark, wo 80 Prozent der Schulen in privater Trägerschaft sind.

Monika Herrmann, Bezirksstadträtin für Jugend, Familie und Schule in Friedrichshain-Kreuzberg stellte die Position des Bezirksamts dar, das sich in der Pflicht sehe, allen Kindern gleiche Chancen und gute Rahmenbedingungen zu bieten. Dies sehe sie mit einer evanglischen Privatschule, zumal ein erheblicher Anteil der Jugendlichen muslimischen Hintergrund hätten, nicht gegeben. Außerdem könnten leerstehende Schulgebäude nicht ohne Weiteres vergeben werden, da sich abzeichne, dass in wenigen Jahren wieder öffentlicher Bedarf bestehe. Insofern müsse sorgfältig abgewogen und geprüft werden.

Markus Löning, Landesvorsitzender der FDP Berlin und Wahlkreisdirektkandidat der FDP Friedrichshain-Kreuzberg für den Bundestag moderierte die Veranstaltung im Rahmen der FDP-Kampagne "Kinder + Bildung = Zukunft" und verwies auf die FDP-Position, dass Bildung ein Bürgerrecht sei. Gerade Freie Schulen stellen eine Chance dar, die Bildungssituation in Berlin deutlich zu verbessern und unseren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen.

Links zum Weiterlesen:

Kinder + Bildung = ZukunftVerband deutscher Privatschulen

Berlin/Brandenburg e.V.Evangelische Schule Neukölln

Förderverein Evangelische Schule Kreuzberg
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