Unvergessen: Günter Rexrodt (1941 - 2004)

Am 19. August 2004 starb Dr. Günter Rexrodt. Als Finanzsenator Berlins (1985 bis 1989) und Bundesminister der Wirtschaft (1993-1998) erwarb sich der 1960 aus der DDR nach Berlin (West) geflohene Thüringer einen Ruf als konsequenter Vertreter der Sozialen Marktwirtschaft. Nach Studium und Promotion an der Freien Universität Berlin war er zunächts für die Industrie- und Handwerkskammer und als Abteilungsleiter der Senatsverwaltung für  Wirtschaft tätig. Anschließenden wirkte er im Vorstand der Citibank und war 1991 bis 1993 bei der Treuhandanstalt tätig. Dort verantwortete er die Privatisierung der Bau- und Landwirtschaft sowie des DDR-Außenhandelsbetriebe.

 

Die Bundesrepublik verdankt dem überzeugten Ordungspolitiker die Lockerung des Ladenschlussgesetzes, die Abschaffung des Rabattgesetzes, vor allem aber die Liberalisierung von Postdiensten. Die Privatisierung der Deutschen Bundespost fällt in das erste Jahr seiner Amstzeit als WIrtschaftsminister. Sie führte zu einer Verbesserung der Angebote und Senkung der Verbraucherpreise ohne die befürchtet Kündigungswelle auszulösen. Im 25. Jahr nach der Privatisierung haben Post, Postbank und Telekom 220.000 mehr Mitarbeiter als die Bundespost 1994.

 

Mit der Einführung der Energiesteuer preiste er die Umweltbelastung in den Energieverbrauch ein. Die Deregulierung des Gas- und Strommarktes förderte den Wettbewerb zwischen den Anbietern und stärkte die Wahlfreiheit der Verbraucher. Mit dem Ende der Kanzlerschaft Helmut Kohls konnte sein Aktionsprogramm zur verstärkten Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen 1997 die erwartbaren Wohlstandeffekte nich mehr entfalten.

 

Günter Rexrodt stand 1994 bis 1995 und dann wieder von 2000 bis 2004 als Vorsitzender an der Spitze der Hauptstadt-FDP. Sein Einsatz für die Bundespartei erreichte mit seiner Wahl zum Bundesschatzmeister der FDP 2001 ihren Höhepunkt. Unter dem Slogan "Mister Wirtschaft statt Misswirtschaft" führte er die Freien Demokraten im selben Jahr in das Berliner Abgeordnetenhaus zurück. Sie erreichten mit 9,9 Prozent das beste jemals seit der Parteigründung in ganz Berlin erzielte Ergebnis.

 

Die Liberalen der Hauptstadt erinnern sich dankbar an Günter Rexrodt. Sie bewahren ihm ein bleibendes Angedenken.

Anlässlich seines 15. Todestag legt die FDP Berlin an seiner Grabstätte am Friedhof Heerstraße in Charlottenburg einen Kranz nieder.

 

Friedhof Heerstraße; Trakehnerallee 1, Abteilung 16a 4041
Friedhof Heerstraße; Trakehnerallee 1, Abteilung 16a 4041