Schulplätze bedarfsgerecht planen statt ideologisch verwalten - Oberschulplanung in Berlin neu ausrichten

Der Senat wird aufgefordert,

1. dafür zu sorgen, dass die vom Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf geplante Umwandlung des Wald-Gymnasiums in eine Integrierte Sekundarschule zurückgenommen wird. Die Maßnahme ist Ausdruck einer verfehlten Schulorganisation, die Knappheiten lediglich verschiebt, statt sie zu lösen. Gemeinsam mit dem Senat sind alternative, pragmatische Lösungen zu entwickeln, um zusätzliche ISS-Plätze zu schaffen, ohne dringend benötigte Gymnasialplätze in einem funktionierenden Gymnasium abzubauen.

2. die Schulentwicklungsplanung als gemeinsame Aufgabe von Senat und Bezirken verbindlich zu koordinieren. Die aktuelle Verteilung der Oberstufenplätze ist offenkundig fehlgesteuert: In den Bezirken Mitte, Pankow und Lichtenberg fehlen Gymnasialplätze, während in Charlottenburg-Wilmersdorf ein Unterangebot an Plätzen der Integrierten Sekundarschulen besteht. Diese strukturellen Schieflagen sind zeitnah, datenbasiert und bedarfsgerecht zu korrigieren.

3. bestehende schulische Infrastruktur konsequent und effizient zu nutzen, statt neue Engpässe zu produzieren. Insbesondere leerstehende oder untergenutzte Räumlichkeiten - etwa an Oberstufenzentren - sind systematisch zu erfassen und für andere Schulen nutzbar zu machen. Bevor funktionierende Schulen umgewandelt werden, muss jede sinnvolle Nutzung vorhandener Kapazitäten geprüft werden.

4. das Anmeldeverfahren für die Oberschulen vollständig zu digitalisieren und transparent neu zu strukturieren. Für einen realistischen und zeitnahen Überblick über die Schulplatzsituation ist ein zweistufiges Verfahren
einzuführen:

a. In einem ersten Schritt wird zunächst über den Erstwunsch entschieden.

b. Ist dieser nicht erfüllbar, erfolgt in einem zweiten Schritt eine erneute Wahl auf Grundlage transparenter Informationen darüber, an welchen Schulen noch freie Plätze bestehen. Dieses Verfahren stärkt Wahlfreiheit, reduziert Fehlzuweisungen und schafft eine belastbare Datengrundlage für eine verlässliche Schulentwicklungsplanung.

5. für echte Transparenz bei der Schulwahl zu sorgen. Der Senat soll auf einer zentralen, leicht auffindbaren Webseite übersichtlich darstellen,

a. welche Zugangsvoraussetzungen an den einzelnen Oberschulen gelten (z.B. Notenvorgaben, Eignungsgespräche, besondere Profile),

b. welche schulischen Schwerpunkte und Besonderheiten bestehen. Eltern und Schülerinnen und Schüler benötigen klage Informationen statt intransparenter Auswahlverfahren und unübersichtlicher Strukturen.