Startklar fürs Leben - Grundschulen stärken

Jedes Kind bringt Talente mit. Und jedes Kind verdient die besten Voraussetzungen, um sie zu entfalten. Die Grundschule ist ein zentraler Hebel für echte Chancengerechtigkeit. Umso unverständlicher ist es, dass gerade hier in Deutschland zu wenig investiert wird. Dabei wissen wir: Wer früh fördert, schafft Perspektiven – für den Einzelnen und für die Gesellschaft.

  1. Sprache ist der Schlüssel – für Bildung und Teilhabe

Sprache entscheidet über Bildungswege. Kinder, die bei der Einschulung nicht ausreichend Deutsch sprechen, starten mit einem Nachteil ins Schulleben, den viele später nicht mehr aufholen können.

Deshalb fordern wir Freie Demokraten:

  • eine verbindliche Sprachstandsfeststellung für alle Kinder ab vier Jahren – inklusive klarer Anschlussförderung vor Ort,
  • bei festgestellten Sprachdefiziten eine Deutschförderpflicht im letzten Jahr vor der Einschulung,
  • und ein Basisjahr an Grundschulen für Kinder, die bei Schulstart noch nicht schulreif sind.

Zudem wollen wir den Spracherwerb in Grundschulen fördern. Unter anderem durch mehr Ressourcen für die aktive Sprachbildung bei Muttersprachlern und Kindern, die Deutsch als Fremdsprache erlernen. Dazu braucht es:

  • mehr Bibliotheken in Grundschulen
  • einen Ausbau des Hortes
  • die Förderung von Lesepaten an allen Grundschulen und Kitas

Ohne Sprachkompetenz ist keine faire Teilhabe möglich. Das Ziel muss sein, dass jedes Kind ab Tag 1 in der Grundschule mitkommt – unabhängig von Herkunft, Bildungshintergrund oder Familiensprache.

  1. Digitalisierung in der Grundschule: Früh, altersgerecht, chancenorientiert

Digitale Bildung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug zur Teilhabe. Deshalb muss sie von Anfang an mitgedacht werden als Teil moderner Allgemeinbildung.

Digitale Bildung beginnt nicht erst in der weiterführenden Schule. Auch in der Grundschule brauchen Kinder die Möglichkeit, erste Schritte im Umgang mit digitalen Medien zu machen – sicher, altersgerecht und pädagogisch begleitet.

Dazu gehören:

  • Basiskompetenzen in Mediennutzung – von der Handhabung eines Tablets bis zum kritischen Hinterfragen von Inhalten,
  • spielerische Einstiege ins Programmieren – zum Beispiel durch kindgerechte Coding-Angebote,
  • und eine digitale Ausstattung, die Lehrkräfte und Schüler gleichermaßen unterstützt.

Auch wenn digitale Kompetenzen zu den Kernfähigkeiten zukünftiger Generationen gehören, erkennen wir Freien Demokraten den Mehrwert der analogen Lernprozesse an. Zudem erkennen wir die Defizite an, die durch die „Digitalisierung des sozialen Miteinanders“ entstehen.

Wir wollen uns ein Beispiel an unserem Nachbarland Österreich nehmen, wo ein Handyverbot an Schulen umgesetzt wurde. Wir begrüßen dieses ausdrücklich und fordern ein solches ebenfalls an Berliner Schulen. Dies hilft auf der einen Seite, analoge Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und unterstützt die Lehrkräfte mit Rechtssicherheit, sodass Konflikte diesbezüglich mit Schülern und Eltern vermieden werden können.

  1. Investieren, wo es wirkt – und neue Wege in der Finanzierung

Die größten Bedarfe bestehen in der frühkindlichen Bildung, im Ganztagsausbau und bei multiprofessionellen Teams an Grundschulen.

Ein wichtiger Impuls kommt derzeit vom bundesweiten Startchancenprogramm. Ziel muss sein, strukturelle Bildungsungleichheiten dauerhaft zu verringern – nicht nur projektweise.

Das Sondervermögen „Infrastruktur der Zukunft“ haben wir als größte Schuldenaufnahme der Nachkriegsgeschichte und als Belastung kommender Generationen kritisiert. Aber jetzt, wo es beschlossen ist, muss es wenigstens sinnvoll genutzt werden – als Investition in die Zukunft unserer Kinder.

Wir fordern, es einzusetzen für:

  • den Ganztagsausbau,
  • Sprachförderung und das Basisjahr, und die digitale Ausstattung von Schulen.

Dabei gilt: Die Teile des Sondervermögens für Bildung dürfen nicht zur Entlastung kommunaler Haushalte missbraucht werden, sondern müssen neue Investitionen ermöglichen, die es sonst nicht gäbe.

  1. Freiheit durch Bildung – Bildung durch Priorität

Wir sind überzeugt: Die Mittel für bessere Bildung sind vorhanden – wenn wir bereit sind, die Prioritäten richtig zu setzen. Denn der Staat hat genug Geld! Fast überall in Europa wird mehr Geld für Grundschulen ausgegeben als bei uns.

Wir schlagen vor, die Ausgaben für Grundschulen in Deutschland zu verdoppeln. Statt bisher 0,75 Prozent des Bruttoinlandsprodukts wollen wir 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung in unsere Grundschulen investieren.

Für Berlin gilt insbesondere: Freie Beträge aus anderen Zuständigkeiten sollen nicht wahllos „verpulvert“ werden, sondern der Bildungsinfrastruktur zugutekommen. Daher fordern wir als Freie Demokraten Berlin, dass solche Mittel direkt in die Bildung investiert werden und somit die Zukunft unserer Kinder nicht an Investition in ihre Bildung scheitert.

Zusätzlich dazu fordern wir Freie Demokraten Berlin die Garantie über die Fortsetzung des Digitalpaktes auf Bundes- und Landesebene.

Denn es braucht starke Bildungsorte – offen für alle, wirksam für jedes einzelne Kind.

  1. Fazit

Wer Freiheit will, muss Bildung ernst nehmen. Und wer Bildung ernst nimmt, muss Grundschulen endlich in den Mittelpunkt rücken – mit klarer Priorität, gezielten Investitionen und dem Vertrauen in das Potenzial jedes Kindes.

Die Grundlagen für eine freie Gesellschaft werden nicht erst im Abitur, sondern in der Grundschule geschaffen. Schon hier entscheidet sich, ob ein Kind mit Zuversicht in die eigene Zukunft blicken kann.

Das alles ist nicht billig. Aber es ist günstiger als das Gegenteil: verpasste Chancen, verlorene Talente und wachsender Bildungsfrust.

Grundschulen sind keine Nebenschauplätze der Bildungspolitik – sie sind das Fundament. Wer sie stärkt, stärkt das ganze Land.